Zahlensymbolik, Brauchtum und Segnungen
Liebe/r Follower,
im christlichen Glauben sind nicht nur die Feste und Feiern im Laufe des Kirchenjahrs von Bedeutung; auch die Zahlensymbolik, Brauchtum und Segnungen spielen – je nach Region, bzw. entsprechendem Lebensalter – eine wichtige Rolle. So begegnet uns im Kirchenjahr immer wieder die Zahl vierzig, etwa bei dem Fest Darstellung des Herrn, das wir am 02. Februar feiern. Es wird 40Tage nach Weihnachten gefeiert, weil die Thora den Juden vorschreibt, dass 40 Tage nach der Geburt eines Kindes, im Tempel das Reinigungsopfer dargebracht werden soll. Im Volksmund heißt dieses Fest auch ‚Maria Lichtmess‘, weil durch die Begegnung mit dem Greisen Simeon und der Prophetin Hannah, zu der es bei diesem Opfer im Tempel kommt, und die Worte, die die beiden dabei sprechen, Jesus – das Licht der Welt – erstmals der Öffentlichkeit bekannt gemacht wird. Mit dem Fest verbindet sich der Brauch, Kerzen – die wir dann bei besonderen Feiern im Laufe des Jahres (besonderer Geburtstag, Hochzeit, Ehejubiläum etc.) anzünden – segnen zu lassen.
Einen Tag später, am 03. Februar gibt es am Gedenktag des Heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius den Brauch, mit gekreuzten Kerzen den Blasiussegen zu spenden. Die Kerzen erinnern daran, dass Blasius im Gefängnis auf seine Verurteilung wartete, als er durch seinen Segen – verbunden mit der innigen Bitte an Gott, einen Jungen vor dem Tod durch Ersticken bewahrt hat. Kein Gitter der Welt kann das vertrauende Gebet und den Segen, der letztlich von Gott kommt, aufhalten; das wollen uns die gekreuzten Kerzen sagen.
Und schließlich hat sich im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts der Brauch entwickelt, am Gedenktag des Hl. Valentin, der am 14. Februar begangen wird, angehende Ehepaare, und schließlich überhaupt Menschen, die einander lieben, zu segnen. Nach einer Legende soll der Hl. Valentin, der zum Tod verurteilt wurde, weil er Soldaten traute, denen das Heiraten verboten war, in der Zeit seiner Gefangenschaft die Blinde Tochter seines Aufsehers geheilt haben. Vor seiner Hinrichtung soll er ihr zum Abschied einen Brief geschrieben haben, der mit ‚Dein Valentin‘ unterzeichnet war. Aus diesem Grund ist der Hl. Valentin wohl der Patron der Liebenden.
Als niederschwelliges Angebot werde ich am 14. Februar um 11.00Uhr in St. Stefanus (eine der drei Kirchen, für die ich als Pfarrer zuständig bin) einen Gottesdienst mit Paaren, die einander lieben, feiern. Am Ende des Gottesdienstes wird der allgemeine Segen für alle liebenden Paare gespendet und anschließend können sich die Paare gegenseitig einen Segenswunsch zusprechen.
In einem meiner letzten Beiträge habe ich Euch dazu eingeladen, mir nicht nur per Mail ein Feedback zu meinem Blog zu geben, sondern auch gerne Fragen zu stellen, die ich dann in einem meiner nächsten Beiträge beantworten werden. Jetzt habe ich auch endlich eine – eigens für mein Blog eingerichtete Mailadresse. Sie lautet: blogger@norberts-kirchenjahr.de
Ich bin gespannt auf Eure Mails.
Euer Blogger
Norbert